Warum ist der UV-Index wichtiger als die Temperatur?
Viele Menschen orientieren sich am Wetterbericht oder an der Temperatur. Für die Haut ist aber vor allem der UV-Index entscheidend. Auch an kühlen oder bewölkten Tagen kann die UV-Strahlung hoch sein. Deshalb lohnt sich ein kurzer Blick auf den UV-Index, zum Beispiel per Wetter-App.
Faustregel: Ab UV-Index 3 sollten Kinder geschützt werden.
Unsere Tipps, um den Sonnenschutz richtig umzusetzen
Sonnenschutz ist wichtig und schon ab einem UV-Index von 3 empfehlenswert. So weit so gut! Aber Eltern stellen sich beim Thema Sonnenschutz viele Fragen: Schon zuhause oder erst auf dem Spielplatz eincremen? Mit welcher Sonnencreme? Und muss ich beim Eincremen etwas beachten?
Wann sollte ich mein Kind mit Sonnencreme eincremen?
Hautpflegemarken, wie La Roche Posay oder Dermasence bestätigen, dass Sonnencreme idealerweise etwa 20 bis 30 Minuten vor dem Aufenthalt draußen aufgetragen werden sollte und nicht erst am Spielplatz oder am Strand. So kann sie sich gut mit der Haut verbinden und zuverlässig schützen.
Besonders wichtig ist das Eincremen bei:
- Spaziergängen mit Kinderwagen oder Trage
- Kita- oder Schulwegen
- Spielplatzbesuchen
- Freibad- und Strandtagen
- Ausflügen im Sommerurlaub
- Wanderungen oder Fahrradtouren
- Tagen mit hohem UV-Index
Viele Eltern cremen Kinder nur im Urlaub ein. Tatsächlich entsteht ein großer Teil der UV-Belastung aber im Alltag.
Welche Sonnencreme ist für Babys und Kinder geeignet?
Nicht jede Sonnencreme eignet sich für empfindliche Kinderhaut. Besonders bei Babys und Kleinkindern lohnt sich ein genauer Blick auf die Inhaltsstoffe.
Dr. med. Snježana-Maria Schütt, Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin, und auch das Bundesamt für Strahlenschutz empfehlen, diese Tipps beim Kauf von Sonnencreme zu beachten:
- Hoher Lichtschutzfaktor: Für Kinder wird meist mindestens Lichtschutzfaktor 30 empfohlen, besser noch LSF 50 oder 50+. Kinderhaut benötigt einen besonders hohen Schutz vor UV-Strahlung.
- UVA- und UVB-Schutz: Eine gute Sonnencreme schützt nicht nur vor Sonnenbrand durch UVB-Strahlen, sondern auch vor UVA-Strahlung, die tiefer in die Haut eindringt. Achte deshalb auf ein UVA-Siegel auf der Verpackung.
- Ohne Duftstoffe und Alkohol: Empfindliche Kinderhaut reagiert oft sensibel auf Parfum oder reizende Zusatzstoffe. Besonders bei Babys sind möglichst milde Produkte sinnvoll.
- Wasserfestigkeit: Kinder lieben Wasser. Deshalb sollte Sonnencreme wasserfest sein. Trotzdem gilt: Nach dem Baden, starkem Schwitzen oder Abtrocknen immer nachcremen.
- Mineralische Filter: Viele Eltern bevorzugen mineralische Sonnencreme für Babys, da diese als besonders hautverträglich gilt. Sie legt sich wie ein Schutzfilm auf die Haut und reflektiert UV-Strahlung.
Sonnencreme richtig auftragen
Beim Sonnenschutz zählt nicht nur die Wahl der richtigen Creme, sondern auch die richtige Anwendung. Ein häufiger Fehler: zu wenig Sonnencreme. Die Verbraucherzentrale gibt an, wie viel Sonnencreme für den Körper verwendet werden soll, damit der Schutz ausreichend ist. Diese Stellen werden außerdem besonders oft vergessen:
- Ohren
- Nase
- Nacken
- Lippen
- Fußrücken
- Hände
- Schultern
Außerdem wichtig: Nachcremen verlängert nicht die maximale Schutzzeit in der Sonne. Es hilft lediglich dabei, den ursprünglichen Schutz aufrechtzuerhalten.
Mittagssonne vermeiden: Welche Zeit besonders gefährlich ist
Zwischen 11 und 15 Uhr ist die UV-Strahlung meist am stärksten. In dieser Zeit sollten Babys und Kinder möglichst nicht in der direkten Sonne spielen.
Natürlich klappt das im Alltag nicht immer perfekt. Gerade in der Kita, in der Schule oder auf Reisen sind Eltern auf praktische Lösungen angewiesen. Deshalb gilt: Lieber mehrere Schutzmaßnahmen kombinieren, als sich nur auf Sonnencreme zu verlassen.
Ein guter Mix aus Schatten, Sonnenhut, Kleidung, Sonnencreme, sowie ausreichend zu trinken ist meist die beste Lösung.
Wie schütze ich mein Baby am besten vor der Sonne
Sonnenschutz beginnt bereits in sehr jungem Alter. Viele Eltern fragen sich: „Muss ich mein Baby überhaupt eincremen?“ Die Antwort lautet: Babys unter zwölf Monaten sollten möglichst gar nicht der direkten Sonne ausgesetzt werden. Schatten, Kleidung und ein Sonnenhut sind hier der wichtigste Schutz.
Die Haut von Babys und Kleinkindern ist deutlich dünner und empfindlicher als die von Erwachsenen. Auch die Fähigkeit zur Schweißbildung und Temperaturregulation ist noch nicht vollständig entwickelt. Das macht sie besonders anfällig für Sonnenbrand und Hitzeschäden. Bereits erhöhte UV-Strahlung kann Zellschäden an den Hautschichten verursachen, die später das Hautkrebsrisiko begünstigen können, dieses Risiko kann auch bereits vor dem Sonnenbrand entstehen.
Dr. med. Snježana-Maria Schütt, Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin hat pragmatisch zusammengefasst: Ein optimaler Sonnenschutz besteht aus UV-Kleidung, Schatten und Sonnencreme. Diese Reihenfolge bietet dabei den besten Schutz gegen Sonnenschäden an der Haut.
Sonnencreme ist wichtig, Kleidung ist wichtiger
Sonnencreme ist wichtig, aber sie sollte niemals die einzige Schutzmaßnahme sein. Expert:innen betonen immer wieder: Der beste Sonnenschutz besteht aus Schatten, Kleidung und dem Vermeiden direkter Sonne. Gerade Babys sollten möglichst vollständig vor direkter Sonne geschützt werden.
Die richtige Kleidung im Sommer
Leichte, luftige Kleidung schützt Kinderhaut oft besser als Sonnencreme allein. Ideal sind:
- langärmelige Shirts
- dünne lange Hosen
- UV-Kleidung
Dicht gewebte Stoffe bieten besonders guten Schutz vor UV-Strahlung. Helle Farben reflektieren zusätzlich die Sonnenstrahlen und sorgen dafür, dass Kinder nicht überhitzen. Besonders praktisch sind atmungsaktive Materialien wie Baumwolle oder spezielle Funktionsstoffe, die auch an heißen Tagen angenehm zu tragen sind
Wichtige Accessoires für zusätzlichen Schutz
Neben der passenden Kleidung helfen auch einige praktische Accessoires dabei, Kinder im Sommer zuverlässig vor intensiver Sonneneinstrahlung zu schützen.
- Sonnenhut mit Nackenschutz
- Sonnenbrille mit UV-Filter
Gerade empfindliche Bereiche, wie Augen, Ohren und Nacken sollten an sonnigen Tagen nicht unterschätzt werden. Wichtig ist außerdem, dass Accessoires bequem sitzen und gerne getragen werden. So bleiben Kinder auch beim Spielen und Toben optimal geschützt.